Wie unterscheiden sich die Messgenauigkeiten bei verschiedenen Herstellern?

Wenn du ein Multimeter kaufst, ist die Messgenauigkeit einer der wichtigsten Faktoren. Sie bestimmt, wie präzise deine Messwerte sind. Gerade wenn du elektrische Bauteile prüfst oder Schaltungen analysierst, kann schon ein kleiner Fehler Auswirkungen haben. Vielleicht willst du den Widerstand eines Bauteils messen, die Spannung einer Batterie kontrollieren oder den Stromfluss in einer Schaltung bestimmen. In solchen Fällen helfen dir genaue Werte dabei, Fehler zu finden oder Probleme zu vermeiden.

Doch die Messgenauigkeit variiert von Hersteller zu Hersteller. Manchmal ist das nicht sofort sichtbar. Wenn du unterschiedliche Geräte vergleichst, können die Messungen trotz gleicher Werteinstellung voneinander abweichen. Das beeinflusst deine Arbeit und kann vor allem bei kritischen Anwendungen ein Problem sein.

In diesem Artikel erfährst du, woran du die Messgenauigkeit von Multimetern erkennst, wie Hersteller sie angeben und welche Unterschiede typisch sind. So kannst du bewusster wählen und erhältst für dein Projekt genau die Unterstützung, die du brauchst.

Messgenauigkeit bei Multimetern: Ein Vergleich bekannter Hersteller

Die Messgenauigkeit ist ein wesentlicher Wert, der angibt, wie genau ein Multimeter elektrische Größen misst. Sie wird in der Regel als Fehlerangabe in Prozent der Messgröße oder als ±Abweichung angegeben. Für dich als Nutzer ist es wichtig, auf diese Angaben zu achten, da sie zeigen, wie viel die Messwerte vom tatsächlichen Wert abweichen können. Neben der reinen Genauigkeit spielen außerdem die Messbereiche und die Art der Messung eine Rolle. So sind z. B. digitale Multimeter in der Regel genauer als analoge Geräte, aber innerhalb der digitalen Modelle gibt es ebenfalls große Unterschiede.

Nachfolgend findest du eine Tabelle mit einigen bekannten Multimetern. Hier sind die Hersteller, Modellbezeichnungen sowie die jeweils angegebene Messgenauigkeit bei VDC (Gleichspannung) dargestellt. So kannst du auf einen Blick sehen, wie sich die Geräte unterscheiden.

Hersteller Modell Messgenauigkeit VDC Messgenauigkeit Ohm Preis ca.
Fluke 117 ±0,5 % + 2 Digits ±0,9 % + 3 Digits ca. 180 €
UNI-T UT61E ±0,05 % + 2 Digits ±0,2 % + 3 Digits ca. 100 €
Extech EX330 ±0,5 % + 5 Digits ±1,2 % + 3 Digits ca. 60 €
PeakTech 2035 ±0,7 % + 3 Digits ±1,0 % + 5 Digits ca. 40 €

Die Tabelle zeigt deutlich: Es gibt erhebliche Unterschiede sowohl bei der Genauigkeit als auch beim Preis. Ein Fluke 117 bietet hohe Zuverlässigkeit für professionelle Anwendungen, während Geräte wie das PeakTech 2035 eher für einfache Messungen geeignet sind. Wenn du genaue Messergebnisse brauchst, solltest du besonders auf die Prozentangaben und Ziffern hinter den Fehlerangaben achten. Günstigere Modelle haben oft höhere Toleranzen. So kannst du gezielt ein Multimeter auswählen, das zu deinen Anforderungen passt.

Wie du die richtige Messgenauigkeit bei Multimetern auswählst

Für welchen Zweck brauchst du das Multimeter?

Der erste Schritt ist, deinen Anwendungsbereich genau zu kennen. Willst du das Gerät nur für einfache Messungen wie Batteriespannungen verwenden oder soll es für präzise Elektronikarbeiten dienen? Für einfache Tätigkeiten reicht oft ein Multimeter mit geringerer Messgenauigkeit. Wenn du jedoch in der Elektronik oder Anlagenprüfung arbeitest, ist eine höhere Genauigkeit wichtig, damit du zuverlässig arbeiten kannst.

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Welche Genauigkeitsanforderungen hast du?

Schau dir genau an, welche Toleranzen in deinem Einsatzgebiet üblich sind. Wenn du kleine Spannungen oder Widerstände messen willst, können Abweichungen von ein paar Prozent bereits problematisch sein. Die Hersteller geben die Genauigkeit meist als Prozentwert plus Ziffern an. Je kleiner diese Werte, desto genauer ist das Multimeter. Bedenke aber, dass diese Angaben immer bei optimalen Bedingungen gelten. Kleinere Schwankungen sind daher normal.

Wie sieht dein Budget aus?

Multimeter mit hoher Genauigkeit kosten meist mehr. Überlege, wieviel du bereit bist zu investieren. Oft gibt es Geräte, die ein gutes Verhältnis zwischen Preis und Genauigkeit bieten. Billigere Geräte sind praktisch für Hobby und gelegentliche Messungen, während Profis auf verlässliche Werte setzen sollten. Denke auch an Service und Verfügbarkeit von Ersatzteilen.

Letztlich hilft dir diese Einschätzung, gezielt Hersteller und Modelle auszuwählen, die deine Anforderungen erfüllen. Wenn du bei der Genauigkeit unsicher bist, lohnt es sich, Testberichte zu lesen oder Erfahrungen anderer Nutzer zu berücksichtigen.

Wann ist die Messgenauigkeit bei Multimetern wirklich wichtig?

Fehlersuche in elektronischen Schaltungen

Wenn du elektronische Schaltungen entwickelst oder reparierst, kommt es oft auf kleinste Messabweichungen an. Schon geringfügige Differenzen in Spannungs- oder Widerstandswerten können auf defekte Bauteile oder Verbindungsfehler hinweisen. Multimeter mit hoher Messgenauigkeit zeigen dir präzise an, ob ein Transistor, Widerstand oder Kondensator innerhalb der erwarteten Werte arbeitet. Günstigere Geräte mit schwankenden Ergebnissen machen es schwieriger, die Ursache eines Problems eindeutig zu erkennen.

Installation und Wartung von Elektroanlagen

Im Handwerk, etwa bei der Installation von Stromkreisen oder der Wartung von Anlagen, ist die Genauigkeit der Messwerte oft entscheidend für die Sicherheit. Ein Multimeter mit präzisen Messwerten hilft dir, Spannungen korrekt zu messen, Schutzmaßnahmen zu prüfen und Fehler in der Verkabelung zu vermeiden. Ungenaue Messungen können zu Fehlinterpretationen führen, was potenziell gefährlich sein kann oder später zu Ausfällen führt.

Batterietests und Akkupflege im Hobbybereich

Auch im Hobbybereich, zum Beispiel bei Modellbau oder Elektrofahrrädern, ist eine gute Messgenauigkeit sinnvoll. Beim Testen von Akkus oder Batterien möchtest du wissen, wie viel Ladezustand tatsächlich noch vorhanden ist. Ungenauigkeiten führen hier dazu, dass du entweder eine Batterie zu früh wegwirfst oder unerwartete Ausfälle riskierst. Gerade bei teuren Komponenten lohnt sich deshalb die Investition in ein zuverlässiges Messgerät.

In all diesen Fällen macht sich der Unterschied zwischen günstigen und hochwertigen Multimetern bemerkbar. Die Hersteller verwenden verschiedene Techniken und Bauteile, die sich auf die Genauigkeit auswirken. Je nach deinem Einsatzzweck solltest du daher darauf achten, ob das Multimeter die Präzision bietet, die deine Arbeit oder dein Projekt wirklich braucht.

Häufig gestellte Fragen zur Messgenauigkeit bei Multimetern

Was bedeutet die Angabe „±% + Digits“ bei der Messgenauigkeit?

Diese Angabe beschreibt die maximale Abweichung eines Messwerts vom tatsächlichen Wert. Der Prozentwert bezieht sich auf den Messwert, während die „Digits“ eine feste Zahl an Ziffern darstellen, die zusätzlich berücksichtigt wird. Zusammen geben sie an, wie genau das Multimeter misst und wie groß der mögliche Fehler sein kann.

Warum variieren die Messgenauigkeiten bei Multimetern verschiedener Hersteller?

Unterschiedliche Hersteller verwenden verschiedene Bauteile und technische Konzepte, was die Genauigkeit beeinflusst. Hochwertigere Geräte verfügen oft über präzisere Messschaltungen und bessere Kalibrierung, was zu geringeren Messabweichungen führt. Günstigere Modelle sind oft ungenauer, eignen sich aber für einfache Messaufgaben.

Wie kann ich die Messgenauigkeit meines Multimeters überprüfen?

Eine praktische Möglichkeit ist der Vergleich der Messwerte mit einem bekannten Referenzgerät oder einer Kalibriereinrichtung. Auch das Messen von Bauteilen mit festgelegten Werten, wie Präzisionswiderständen, kann Hinweise geben. Für genaue Aussagen sind spezielle Kalibriervorrichtungen oder ein Labor nötig.

Lohnt sich eine hohe Messgenauigkeit auch für Hobbyanwender?

Das hängt vom Anwendungszweck ab. Für viele einfache Messungen im Hobbybereich reichen durchschnittliche Genauigkeiten aus. Wenn du aber empfindliche oder komplexe Elektronik prüfst, kann eine höhere Genauigkeit helfen, Fehler frühzeitig zu erkennen und präziser zu arbeiten.

Können äußere Einflüsse die Messgenauigkeit beeinflussen?

Ja, Faktoren wie Temperatur, elektromagnetische Störungen oder falsche Handhabung können die Messwerte verfälschen. Es ist wichtig, das Multimeter korrekt zu benutzen und unter geeigneten Bedingungen zu messen, um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten.

Grundlagen zur Messgenauigkeit bei Multimetern

Was bedeutet Messgenauigkeit technisch?

Die Messgenauigkeit beschreibt, wie nah der gemessene Wert am tatsächlichen Wert liegt. Jedes Multimeter hat eine gewisse Fehlertoleranz, also eine Spanne, in der der angezeigte Wert vom echten Wert abweichen kann. Diese Abweichung kann durch die Bauteile im Messgerät oder durch äußere Einflüsse entstehen. Je geringer die Fehlertoleranz ist, desto genauer ist die Messung.

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Wie wird die Messgenauigkeit angegeben?

Hersteller geben die Genauigkeit meist in Prozent des Messwerts plus einer Zahl von „Digits“ an. Ein Beispiel wäre „±0,5 % + 2 Digits“. Das bedeutet, der Fehler kann 0,5 Prozent des gemessenen Werts plus zwei kleinste Ziffern auf dem Display betragen. Diese Angaben helfen dir einzuschätzen, wie verlässlich die Messwerte eines Multimeters sind.

Wie lässt sich die Genauigkeit messen?

Um die Genauigkeit eines Multimeters zu überprüfen, vergleicht man dessen Messungen mit einem Referenzgerät, das sehr präzise kalibriert ist. Alternativ kann man auch Bauteile mit bekannten Werten messen, um zu prüfen, ob das Multimeter ungefähr die richtigen Werte anzeigt. Für den Profi erfolgt die Messung meist im Kalibrierlabor mit speziellen Geräten.

Welchen Einfluss haben Hersteller und Standards?

Verschiedene Hersteller verwenden unterschiedliche Bauteile und Kalibrierungen. Außerdem gibt es verschiedene internationale Standards, die festlegen, wie die Genauigkeit gemessen und dokumentiert werden soll. Deshalb kann die angegebene Genauigkeit trotz gleicher Zahl leicht variieren. Hochwertige Hersteller investieren meist mehr in genaue Messungen und Kontrolle, was sich in der Zuverlässigkeit ihrer Geräte zeigt.

Experten-Tipp: Messgenauigkeit bei Multimetern richtig bewerten

So interpretierst du die Angaben zur Messgenauigkeit

Hersteller beschreiben die Messgenauigkeit oft in Form von „± X % + Y Digits“. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass der Prozentwert den Fehler relativ zum Messwert angibt. Ein Fehler von ± 0,5 % bedeutet bei 100 Volt eine mögliche Abweichung von ± 0,5 Volt. Die „Digits“ beziehen sich auf die letzten Stellen im Display, die ebenfalls schwanken können. Gerade bei kleinen Messwerten wie Spannungen unter 1 Volt werden diese Ziffern zum entscheidenden Fehlerfaktor.

Darauf solltest du achten

Vergleiche nicht nur die Prozentangaben, sondern auch den Wert der „Digits“. Ein Hersteller kann mit einer niedrigen Prozentangabe werben, aber hohe „Digits“-Fehler haben. Je nach Einsatzzweck ist das kaum oder sehr relevant. Wenn du also präzise Arbeiten machst, schaue dir beide Werte an und wähle ein Multimeter mit den geringsten Fehlergrenzen in deinem Messbereich. So bekommst du verlässliche Werte, auf die du bauen kannst.