Kann man mit einem Multimeter auch kleinste Ströme präzise messen?

Wenn du als Hobbyelektroniker, Bastler oder Techniker an feinen Messaufgaben arbeitest, stehst du schnell vor einer Frage: Wie klein darf der Strom sein, damit ein Multimeter ihn noch zuverlässig erfasst? Viele erwarten, dass sich mit dem üblichen Digitalmultimeter auch Ströme im Mikroampere- oder sogar Picoampere-Bereich ohne Weiteres messen lassen. Die Realität ist oft anders. Kleinste Ströme sind schwer zu messen, weil bereits winzige Spannungsabfälle, thermisches Rauschen, Leckströme am Messgerät und Umgebungslicht die Anzeige verfälschen können. Auch der notwendige Serienwiderstand zur Strommessung verändert das zu messende System.

In dieser Einleitung zeige ich dir die typische Situation und das Kernproblem. Du erfährst, welche Grenzen einfache Handmultimeter haben. Du siehst, worauf du achten musst, wenn du präzise Ergebnisse willst. Der Text bereitet dich auf die folgenden Abschnitte vor. Dort erkläre ich, welche Messprinzipien sinnvoll sind. Ich zeige praktische Tricks für genauere Messungen. Ich nenne Geräte- und Schaltungsalternativen für sehr kleine Ströme. Am Ende weißt du, wann ein Multimeter ausreicht und wann spezielle Messgeräte oder eine andere Messmethode nötig sind. Damit sparst du Zeit und vermeidest frustrierende Fehlmessungen.

Vergleich: Messung sehr kleiner Ströme mit Multimeter und Alternativen

Für viele Bastler und Techniker ist die Frage praktisch. Reicht das Handmultimeter, oder brauchst du ein spezialisiertes Gerät? Hier folgt eine kurze Analyse der gängigen Methoden. Ich zeige Stärken und Schwächen. So kannst du die passende Lösung für deinen Anwendungsfall wählen.

Die folgende Tabelle ist auf maximal 833 Pixel Breite begrenzt.

Gerät Messbereich Genauigk. Präzision Vorteile Nachteile Typ. Einsatz
Hand-/Digitalmultimeter (DMM) µA bis A (modellabhängig) gut bei µA und höher begrenzt bei sehr kleinen Strömen einfach, günstig, mobil Rauschen, Leckströme, Serienwiderstand beeinflusst Messkreis allg. Messaufgaben, Schaltungsprüfung
Stromzange (Clamp) mA bis kA gut bei höheren Strömen schlecht bei µA/nA berührungsfrei, schnell nicht geeignet für sehr kleine Ströme Messung von Leitungsströmen, Automotive
Shunt-Widerstand + Voltmeter µA bis A, abhängig vom Shunt und Voltmeter sehr gut möglich mit geeignetem Voltmeter hoch, wenn niederohmiger Shunt und gutes Voltmeter kostengünstig, flexibel verändert Schaltung durch Spannungsabfall; Wärme Leistungsströme, präzise Messung mit DMM
Picoammeter fA bis mA sehr hoch sehr hoch, geringe Drift für sehr kleine Ströme optimiert, geringe Leckströme teurer, meist laborausrüstung Messung von Leckströmen, Sensoren, Materialtests
Transimpedanzverstärker (TIA) pA bis µA, je nach Aufbau hoch bei sauberer Aufbauweise sehr gut, wenn korrekt ausgeführt sehr präzise Messung von kleinen Strömen im Aufbau erfordert Kenntnisse in Schaltungsaufbau und Abschirmung optische Sensoren, Fotodioden, Laborexperimente
Source-Measure-Unit (SMU) fA bis A, sehr flexibel sehr hoch sehr hoch kann messen und gleichzeitig Quellen, präzise Steuerung kostspielig, laborniveau Charakterisierung von Bauelementen, Forschung

Kurze Zusammenfassung und Empfehlung

Für einfache Messungen an Verbraucherströmen und bei Strömen ab einigen Mikroampere reicht oft ein gutes DMM. Es ist mobil und preiswert. Nutze einen Shunt, wenn du bessere Auflösung brauchst und die Spannungsänderung in der Schaltung tolerierbar ist.

Für sehr kleine Ströme im Bereich von nA, pA oder tiefer sind spezialisierte Lösungen erforderlich. Ein Picoammeter oder ein Transimpedanzverstärker liefern deutlich bessere Ergebnisse. Für Labor- oder Forschungsaufgaben ist eine SMU ideal.

Wähle das Mittel nach Messbereich, Störanfälligkeit deiner Schaltung und Budget. Wenn du unsicher bist, beschreibe kurz deine Messaufgabe. Ich helfe dir bei der Auswahl.

Technischer Hintergrund: Wie Multimeter sehr kleine Ströme messen

Bevor du misst, hilft ein Grundverständnis. Sehr kleine Ströme verhalten sich anders als größere Ströme. Viele Effekte, die du sonst ignorierst, werden hier wichtig. Ich erkläre die wichtigsten Begriffe und Fehlerquellen. So erkennst du, wann ein Ergebnis vertrauenswürdig ist.

Messprinzip und Messwiderstand

Ein Handmultimeter misst Strom, indem es in Reihe zum Stromkreis geschaltet wird. Das Gerät nutzt dafür einen Shunt, also einen niederohmigen Widerstand. Der Strom erzeugt über den Shunt eine kleine Spannung. Das Multimeter misst diese Spannung und rechnet sie in Strom um. Dadurch beeinflusst die Messung den Stromkreis. Dieser Einfluss heißt Burden Voltage

Leistungsabgabe und Erwärmung

Ein Shunt wandelt elektrische Energie in Wärme um. Die Verlustleistung P ergibt sich aus P = I² × R. Auch kleine Ströme können über längere Zeit oder bei mehreren Messstellen Wärme erzeugen. Erwärmung verändert den Widerstand. Das beeinflusst das Messergebnis.

Rauschen und Messbereich

Thermisches Rauschen entsteht in jedem Widerstand. Es skaliert mit Temperatur und Widerstandswert. Messgeräte selbst bringen zusätzliches elektronisches Rauschen. Bei sehr kleinen Strömen kann dieses Rauschen die gemessene Größe überdecken. Ein weiterer Punkt ist die Auflösung. Ein Multimeter hat begrenzte Anzeigenauflösung. Ein Gerät kann einen Wert anzeigen, aber die Genauigkeit ist oft schlechter als die Auflösung.

Einflussfaktoren auf Genauigkeit

Typische Fehlerquellen sind Leckströme über Messleitungen, feuchte Platinen, schmutzige Kontakte und die Kapazität benachbarter Leiterbahnen. Körperkontakt und nahe elektronische Geräte erzeugen Störungen. Messe mit kurzen, sauberen Leitungen. Schalte störende Quellen aus. Wähle den richtigen Messbereich und lass das Messgerät vor der Messung stabilisieren.

Typische Grenzen von Handmultimetern

Viele Handmultimeter können Ströme im Bereich Mikroampere anzeigen. Für zuverlässige Messungen im nA- oder pA-Bereich sind sie jedoch nicht geeignet. Gründe sind zu hohes Eigenrauschen, Leckströme im Gehäuse und ungeeignete Eingangs- oder Shunt-Konstruktion. Wenn du ganz kleine Ströme brauchst, sind Picoammeter oder Transimpedanzverstärker die richtige Wahl.

Kurz zusammengefasst: Verstehe, wie dein Multimeter misst. Achte auf Burden Voltage, Rauschen und Leckströme. Für Messaufgaben ab Mikroampere kann ein gutes DMM ausreichen. Für nA und darunter brauchst du spezialisierte Messmethoden und sorgfältigen Aufbau.

Praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung: Präzise Messung sehr kleiner Ströme

  1. Messaufgabe klären
    Definiere genau, welchen Strombereich du erwartest und welche Genauigkeit du brauchst. Notiere, ob die Quelle konstant oder pulsed ist. Das hilft bei der Wahl von Messgerät und Methode.
  2. Messmethode auswählen
    Entscheide zwischen direkter Strommessung mit dem DMM, Shunt plus Spannungsmessung oder einem Transimpedanzverstärker. Für µA kann ein gutes DMM ausreichen. Für nA ist ein Shunt mit sehr niedrigem R oder ein TIA besser.
  3. Geeignetes Messgerät und Zubehör bereitlegen
    Nutze ein DMM mit hoher Auflösung und niedrigem Eigenrauschen. Besorge einen präzisen niederohmigen Shunt mit niedrigem Temperaturkoeffizienten. Lege kurze, abgeschirmte Messleitungen und ggf. eine Abschirmbox bereit.
  4. Schaltung vorbereiten
    Baue die Messstelle so, dass der Shunt in Reihe sitzt und gut zugänglich ist. Wenn du eine Spannungsmessung über den Shunt machst, verwende Kelvin-Anschlüsse für minimale Kontaktwiderstände.
  5. Leitungsführung und Abschirmung
    Halte Leitungen so kurz wie möglich. Verwende abgeschirmte Kabel und verbinde die Abschirmung an einem Punkt. Vermeide Schlaufen. Das reduziert Einstreuungen und Rauschen.
  6. Umgebung vorbereiten
    Schalte Störquellen wie Netzteile, Lüfter und Funkgeräte aus. Messe an einem trockenen, staubfreien Ort. Feuchte und Schmutz erzeugen Leckströme.
  7. Messgerät stabilisieren und vorwärmen
    Schalte das Multimeter ein und lass es einige Minuten stabil laufen. Viele DMMs brauchen Zeit, bis interne Temperaturen stabil sind. Das reduziert Drift.
  8. Nullpunkt und Offset prüfen
    Trenne die Schaltung vom Stromquell und messe den Nullwert. Notiere den Offset. Subtrahiere diesen Wert später von deinen Messwerten. Wiederhole die Nullmessung zwischendurch.
  9. Messbereich und Filter wählen
    Wähle beim DMM den kleinstmöglichen Strombereich mit ausreichendem Messbereich. Wenn du Spannungsabfall über einen Shunt misst, nimm den passenden Voltbereich. Aktiviere bei Bedarf Mittelwert- oder Low-Pass-Filter am Gerät.
  10. Messung durchführen
    Schließe das Messgerät korrekt an. Vermeide Kontakt mit leitenden Teilen. Lies den Wert ab oder logge ihn elektronisch über Schnittstelle. Warte, bis die Anzeige stabil ist, bevor du notierst.
  11. Mehrere Messpunkte und Mittelwert bilden
    Führe mehrere Messungen durch und berechne Mittelwert und Standardabweichung. Das reduziert zufällige Fehler. Notiere auch die Streuung als Fehlerabschätzung.
  12. Temperatur- und Erwärmungseffekte prüfen
    Messe nach längerer Betriebszeit noch einmal. Erwärmung des Shunts verändert Widerstand. Vergleiche Messwerte kurz nach Einschalten und nach Stabilisierung.
  13. Störquellen suchen und eliminieren
    Wenn die Messung sehr rauschig ist, prüfe auf Leckpfade, schlechte Kontakte oder Einstrahlung. Isoliere verdächtige Bereiche. Verwende Folienabschirmung oder ein Metallgehäuse als Faraday-Käfig.
  14. Unsicherheit abschätzen und dokumentieren
    Berechne eine grobe Unsicherheit aus Geräteangabe, Drift und Streuung. Dokumentiere Messaufbau, Temperatur, verwendete Kabel und Offset. Das macht Ergebnisse reproduzierbar.
  15. Sicherheits- und Gerätetipps
    Überschreite niemals die Nennstrom- oder Spannungsgrenzen deines Multimeters. Vermeide, das Multimeter versehentlich als Voltmeter parallel zu einer Spannungsquelle anzuschließen. Solche Fehler können Gerät und Schaltung beschädigen.

Hinweis: Für Messungen unter einigen Nanoampere ist ein speziell aufgebauter Transimpedanzverstärker oder ein Picoammeter deutlich zuverlässiger. Wenn deine Messaufgabe kritische Entscheidungen abhängig von wenigen nA erfordert, ziehe Laborausrüstung in Betracht.

Häufige Fragen zur Messung sehr kleiner Ströme

Kann ich mit meinem Handmultimeter Ströme im nA-Bereich messen?

In den meisten Fällen nein. Handmultimeter zeigen oft bis in den µA-Bereich brauchbare Werte. Für nA oder pA ist das Eigenrauschen und die Leckströme der Geräte zu groß. Wenn du trotzdem testen willst, prüfe zunächst den Null-Offset und dokumentiere die Messunsicherheit.

Wie kann ich die Genauigkeit bei µA-Messungen mit dem Multimeter verbessern?

Nutze einen präzisen, niederohmigen Shunt und miss die Spannung mit Kelvin-Leitungen. Halte Messleitungen sehr kurz und verwende Abschirmung. Messe einen Nullwert vor und ziehe ihn als Offset ab. Bildet mehrere Messwerte und berechne den Mittelwert zur Reduktion von Rauscheffekten.

Welche Alternativen gibt es zum Multimeter für sehr kleine Ströme?

Gängige Alternativen sind Picoammeter, Transimpedanzverstärker (TIA) und Source-Measure-Units (SMU). Ein Picoammeter ist auf fA- bis nA-Messungen ausgelegt und liefert geringe Leckströme. Ein TIA ist flexibel für Sensoren wie Fotodioden. Wähle nach Messbereich, Budget und Störanfälligkeit deiner Schaltung.

Warum schwankt die Anzeige stark, obwohl die Schaltung stabil ist?

Ursachen sind Rauschen, Leckströme, Temperaturdrift und schlechte Kontaktierung. Prüfe Leitungsführung und Kontaktstellen. Schalte Störquellen aus und verwende Abschirmung. Wenn nötig, nutze Mittelwertbildung oder eine niederfrequente Filterung am Messgerät.

Wie überprüfe und kalibriere ich meine Messung zu Hause?

Verwende einen bekannten Präzisionsstrom oder eine stabile Spannungsquelle plus präzisen Shunt als Referenz. Messe den bekannten Wert und vergleiche ihn mit dem Multimeter. Notiere Abweichungen und wiederhole Tests bei verschiedenen Strömen. Für genaue Kalibrierung lohnt sich der Gang zu einem Kalibrierlabor.

Kauf-Checkliste: Multimeter und Zubehör für sehr kleine Ströme

  • Messbereich prüfen Wähle ein Gerät, das den erwarteten Strombereich abdeckt. Achte darauf, dass der Messbereich auch kleine Ströme im µA- oder nA-Bereich explizit unterstützt.
  • Eingangsrauschen und Auflösung Informiere dich über das Eingangsrauschen und die Auflösung des Messgeräts. Niedriges Rauschen und feine Auflösung sind wichtig, damit kleine Ströme nicht in der Messunsicherheit verschwinden.
  • Burden Voltage beachten Prüfe die angegebene Burden Voltage oder den Spannungsabfall bei Strommessung. Ein hoher Spannungsabfall verändert die Schaltung. Für empfindliche Schaltungen brauchst du sehr niedrige Burden Values.
  • Messmodus auswählen Achte auf separate Modi für µA und nA. Einige Multimeter bieten nur µA, andere haben zusätzliche Einstellungen oder spezielle Inputs für sehr kleine Ströme.
  • Zubehör: Shunt und Kelvin-Verbindungen Plane einen präzisen Shunt mit niedrigem Temperaturkoeffizienten ein, falls du Spannungsabfall misst. Nutze Kelvin-Verbindungen für die Spannungsmessung am Shunt und kurze, abgeschirmte Leitungen.
  • Kalibrierung und Genauigkeitsangaben Schau dir die Genauigkeitsangaben an und ob Kalibrierzertifikate verfügbar sind. Für kritische Messungen lohnt sich ein Gerät mit Kalibrierservice oder die Möglichkeit, Referenzmessungen durchzuführen.
  • Budget vs. Qualität Entscheide vorher, wie wichtig Reproduzierbarkeit und Langzeitstabilität sind. Billigere Handmultimeter sind praktisch für grobe µA-Messungen. Für nA- oder pA-Messungen sind spezialisierte Geräte oder ein Picoammeter die bessere Investition.

Fehlerbehebung: Typische Probleme bei der Messung sehr kleiner Ströme

Bei Messungen im µA- bis nA-Bereich treten oft wiederkehrende Probleme auf. Die Tabelle hilft dir, Ursache und Lösung schnell zu finden.

Problem Wahrscheinliche Ursache Konkrete Lösung
Anzeige stark schwankend oder rauschend Einstreuungen, lange Leitungen, hohes Geräterauschen Leitungen verkürzen, abgeschirmte Kabel verwenden. Störquellen abschalten. Mittelwertbildung oder Low‑Pass-Filter nutzen.
Konstanter Messwert zu hoch gegenüber erwartung Burden Voltage verändert den Strom; Shunt-Wert zu groß Geringere Burden-Einstellung wählen oder spannungsbasierte Messung über präzisen Shunt mit Kelvin-Anschluss.
Messung zeigt Strom, obwohl Schaltung offen ist Geräte-Offset oder Leckströme durch verschmutzte Bauteile Nullmessung durchführen und Offset abziehen. Bauteile reinigen und Trockenraum verwenden.
Werte driftend über Zeit Temperaturdrift des Shunts oder des Messgeräts Gerät vorwärmen, stabile Umgebungstemperatur sicherstellen. Shunt mit niedrigem TCR verwenden.
Keine oder falsche Messwerte nach Anschluss Falscher Messmodus, durchgebrannte Sicherung oder falsche Verkabelung Messmodus und Anschluss prüfen. Sicherungen kontrollieren und bei Bedarf ersetzen. Anleitung des Multimeters lesen.

Wenn Probleme nach diesen Maßnahmen weiter bestehen, dokumentiere Aufbau, Temperaturen und Messwerte. Das erleichtert die Fehlersuche und zeigt, ob du ein spezialisiertes Messgerät benötigst.

Sicherheits- und Warnhinweise bei der Messung sehr kleiner Ströme

Bei Messungen im µA- und nA-Bereich gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen. Kleinste Ströme bedeuten nicht automatisch geringe Risiken. Fehlerhafte Messungen können Schaltungen zerstören oder das Messgerät beschädigen.

Wichtige Risiken

Kurzschlussgefahr: Falsch angeschlossene Messleitungen können kurzschließen. Das passiert besonders leicht, wenn du das Multimeter im Strommodus einsetzt und versehentlich parallel zur Quelle misst.

Beschädigung empfindlicher Schaltungen: Der Messwiderstand oder Burden Voltage kann Spannungen in der Schaltung verändern. Das kann Bauteile überlasten oder Messwerte verfälschen.

ESD-Empfindlichkeit: Sehr kleine Ströme treten oft in empfindlichen Schaltungen auf. Elektrostatische Entladung kann Bauteile irreparabel schädigen.

Falsche Messbereiche und Sicherungsprobleme: Messgeräte haben Sicherungen und Eingangsbegrenzungen. Überschreitest du den Bereich, kann die Sicherung durchbrennen oder das Gerät beschädigt werden.

Konkrete Schutzmaßnahmen

  • Immer zuerst Messgerät prüfen. Kontrolliere Sicherungen, Messleitungen und den Messmodus bevor du anschließt. Ein intaktes Messgerät reduziert Risiken.
  • Richtige Anschlussart verwenden. Schalte das Multimeter in den Strommodus und verbinde es in Reihe mit der Last. Miss nie als Strommessung, indem du das Gerät parallel zur Spannungsquelle anschließt.
  • Messbereich und Burden beachten. Wähle den passenden Bereich. Wenn möglich, miss die Spannung über einen präzisen Shunt mit Kelvin-Anschluss statt direkt im Strommodus.
  • Strombegrenzung einsetzen. Verwende eine strombegrenzte Quelle oder eine zusätzliche Reihenschaltung mit Schutzwiderstand, um Kurzschlüsse zu vermeiden.
  • ESD-Schutz beachten. Trage ein geerdetes Handgelenksband, arbeite auf einer ESD-Matte und vermeide das Berühren empfindlicher Pins.
  • Schaltung stromlos schalten beim Umstecken. Trenne die Versorgung, bevor du Messleitungen verlegst oder Messmodi wechselst. So verhinderst du versehentliche Kurzschlüsse.
  • Bei sehr kleinen Strömen Alternativen nutzen. Für nA- oder pA-Messungen sind Shunt-plus-Voltmeter, Transimpedanzverstärker oder Picoammeter sicherer und schonender für die Schaltung.

Wichtig: Wenn du dir unsicher bist, dokumentiere Aufbau und Werte und hole Rat ein. Schutzmaßnahmen sparen Zeit und verhindern teuren Schaden.